Kratom stammt vom tropischen Baum Mitragyna speciosa, der zur Familie der Kaffeegewächse gehört und in den Regenwäldern Südostasiens heimisch ist. Die Blätter dieses Baumes werden dort seit Jahrhunderten in der traditionellen Medizin verwendet.
Bis heute nutzen Arbeiter in Thailand und Malaysia Kratom auch, um ihre Energie und Ausdauer zu steigern und Müdigkeit zu verringern. In den letzten Jahren hat sich Kratom auch außerhalb dieser Regionen verbreitet.
Hauptwirkstoff
- Mitragynin und 7‑Hydroxymitragynin
Rechtlicher Status
- Illegal: Konsum, Besitz, Erwerb, Herstellung und Handel sind verboten.
Konsumformen
- Meistens geschluckt oder getrunken (als Tablette, Kapseln, Extrakt, Pulver oder in Getränken aufgelöst)
- Traditionell werden die Blätter gekaut
- Seltener geraucht
Wirkungseintritt und -dauer
- Je nach Konsumform:
- Eintritt: ca. 10–60 Minuten
- Dauer: ca. 2–6 Stunden
Wirkungen
- Euphorie, aufputschend, stimmungsaufhellend
- Entspannend, beruhigend, Gefühl von Wohlbefinden
- Erhöhte Wachsamkeit, gesteigerte Aufmerksamkeit
- Gesteigerte Geselligkeit, Rededrang
- Schmerzlindernd
- Gesteigerte sexuelle Lust
Risiken und Nebenwirkungen
- Müdigkeit und Benommenheit, Schwindel
- Unkontrollierbares Muskelzucken, Verlust der motorischen Koordination
- Hautrötungen, Mundtrockenheit
- Atemprobleme
- Beschleunigung des Herzschlags
- Appetitverlust
- Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung
Langfristige Risiken
- Abhängigkeit
- Starkes Verlangen (Craving)
- Angst und Unruhe
- Schlafstörungen, chronische Müdigkeit
- Gewichtsverlust
- Nieren- und Leberschäden
- Hautverfärbungen (Hyperpigmentierung)
- Muskelschmerzen
Gut zu wissen …
- Kratom wird von einigen Konsumierenden genutzt, um Entzugserscheinungen und Craving (starkes Verlangen) bei Opioidabhängigkeit zu lindern sowie Schmerzen, Müdigkeit oder psychische Beschwerden zu bewältigen. Diese Anwendung ist jedoch medizinisch umstritten und wird in der Regel nicht empfohlen.
- Viele Menschen halten Kratom für harmlos, da es pflanzlich ist und als natürliches Mittel gegen Stress, Angstzustände oder Schmerzen vermarktet wird. Tatsächlich besteht jedoch, genau wie bei anderen psychoaktiven Substanzen, ein Risiko für Abhängigkeit, insbesondere bei regelmäßigem Konsum. Beim Absetzen können Entzugssymptome auftreten, die meist innerhalb weniger Tage bis etwa einer Woche abklingen.
- Besondere Vorsicht ist geboten bei Mischkonsum mit anderen psychoaktiven Substanzen, insbesondere Alkohol, Beruhigungsmitteln oder Opioiden, da es zu unvorhersehbaren und gefährlichen Wechselwirkungen wie Atemdepression und einem erhöhten Risiko einer Überdosierung kommen kann.
- Die rechtliche Lage von Kratom variiert weltweit: In einigen Ländern ist es frei erhältlich, in anderen verboten oder streng reguliert. Auch innerhalb der EU gibt es Unterschiede – z.B. ist es in Deutschland verboten, in Holland grundsätzlich legal. Außerhalb Europas ist die Situation ähnlich gemischt. In Luxemburg ist Kratom zurzeit (2026) verboten.
Weißes, grünes, rotes Kratom: Was ist was?
Kratom wird auf dem Markt häufig in verschiedene Sorten eingeteilt, meist nach der Farbe der Blattvenen (weiß, grün, rot) oder nach der Herkunft. Jede Sorte wird mit leicht unterschiedlichen Wirkungen beworben, etwa anregend, konzentrationsfördernd, beruhigend oder schmerzlindernd.
Dosisabhängige Wirkung
Kratom kann sowohl stimulierende als auch opioidähnliche Wirkungen haben. Niedrige Dosen werden häufig als anregend beschrieben, während höhere Dosen eher beruhigend und schmerzlindernd wirken. Zudem kann es bei hohen Dosen zunächst zu unangenehmen Wirkungen wie Schwitzen, Schwindel oder Übelkeit kommen, bevor die stark beruhigende, teilweise traumähnliche Wirkung einsetzt, die mehrere Stunden anhalten kann.
Es gibt keinen Konsum von legalen und illegalen Drogen ohne Risiko!
Beim Konsum jeder legalen und illegalen Droge hängen die subjektiv empfundenen Wirkungen von verschiedenen Faktoren ab (Konsumform, Dosis, Alter, Geschlecht, Umfeld, Stimmungslage sowie Erfahrung und Erwartung).
Der Konsum jeder Droge kann zu einer Abhängigkeit führen.
Vom Konsum legaler und illegaler Drogen ist abzuraten:
- Im Jugendalter (körperliche und psychische Entwicklung)
- Im Straßenverkehr und bei anderen Tätigkeiten, die einen „klaren Kopf“ erfordern (z. B. Sport, Bedienen von Maschinen, …)
- Am Arbeitsplatz/in der Schule
- Während der Schwangerschaft und der Zeit des Stillens
- Bei Vorerkrankungen
Zudem ist besondere Vorsicht geboten:
- Wenn die Qualität des Produkts unbekannt ist und nicht kontrolliert werden kann
- Bei Mischkonsum, z. B. beim Konsum von Alkohol und anderen Drogen
- Bei gleichzeitiger Einnahme von Medikamenten
Wenn man bemerkt, dass es einer Person nach dem Konsum von legalen oder illegalen Drogen nicht gut geht, sollte man verantwortungsvoll handeln und sich um sie kümmern. Im Zweifelsfall den Notruf wählen und Erste-Hilfe-Maßnahmen einleiten.